Jahrhundertelange Erfahrung in der Kinderbetreuung

Verein KiTa links der Isar e.V.

Wer wir sind

Wer wir sind

Der Verein für Kindertagesstätten in München links der Isar e.V. ist ein Verein zum Betrieb von Kindertagesstätten. Er ist unabhängig und überkonfessionell, traditionell und trotzdem weltoffen.

Der Verein betreibt aktuell im Glockenbachviertel den Kindergarten St. Peter in der Müllerstrasse 48 (seit 1856) und in Schwabing West das aus einem Hort und einem zweigruppigen Kindergarten bestehende Kinderhaus St. Josef in der Georgenstraße 72 (seit 1899).

Das Führungsgremium des Vereins ist der Verwaltungsausschuss, in dem neben dem Vorsitzenden und zwei Stellvertretern die Schriftführung, ein Beisitzer und die Leitung der beiden Einrichtungen vertreten sind.

Was wir tun

Wir sind Besitzer der Liegenschaften und Vermieter der Vorderhäuser – das so erwirtschaftete Kapital wird in einem in der Satzung festgeschriebenen  Verhältnis für den Betrieb der Einrichtungen und den Unterhalt der Immobilien verwendet – der Verein ist als gemeinnützig anerkannt, d.h. wir haben keine Gewinnerzielungsabsicht.

Darauf sind wir stolz

Der Verein für Kindertagesstätten in München links der Isar e.V. ist mit einem Gründungsdatum von 31.10.1833 Bayerns ältester noch existierender privater Trägerverein für Einrichtungen zur Betreuung noch nicht schulpflichtiger Kinder.

Wofür wir stehen

Bereits in der Gründungssatzung 1833 wurde der folgende Leitsatz formuliert, der zwar sprachlich inzwischen antiquiert wirkt, inhaltlich aber vielleicht aktueller denn je ist:

„In der Kinderbewahranstalt wird alles dasjenige an und für die Kleinen geschehen, was man bei einer guten häuslichen Erziehung von Seiten der Eltern zu erwarten berechtigt ist. Es wird in ihr kein eigentlicher Unterricht erteilt, vielmehr ist es ausdrücklich verboten, die Geisteskräfte der Kleinen auf eine unzweckmässige Weise anzustrengen, und der Schule vorzugreifen.

Dagegen sollen die Kinder hier wahrhaft schulfähig gemacht, d.h. an Aufmerksamkeit, an geregelte Tätigkeit, an richtiges Sprechen und Urteilen gewöhnt und zu pünktlichem Gehorsam, zur Reinlichkeit und Ordnung sowie überhaupt zu allen kindlichen Tugenden … angehalten werden … .“

Den gesamten, auch historisch interessanten Wortlaut der Gründungsbestimmungen findet man hier im Original

Einen Abdruck des Gründungsaufrufes mit namentlicher Nennung der Mitglieder des Gründungszuschusses gibt es hier im Original zu lesen.

fördern

Wie kann man uns unterstützen

Fördermitgliedschaft

Man kann dem Verein als Fördermitglied beitreten – damit verpflichtet man sich, einen festen Jahresbeitrag zu entrichten. Dies ist aber weder die Voraussetzung für einen Kita-Platz noch muss man dafür überhaupt Kinder haben – ein grundsätzliches Interesse an der Arbeit des Vereins ist völlig ausreichend. Für eine Mitarbeit im Verwaltungsausschuss des Vereins ist eine Mitgliedschaft Voraussetzung.
Sollten Sie sich für eine Mitgliedschaft im Verein für Kindertagesstätten in München links der Isar e.V. interessieren, können Sie sich den aktuellen Flyer herunterladen.

Einmal-Spende

Wenn man die Mitgliedschaft nicht anstrebt, kann man den Verein auch mit einer Einmal-Spende  fördern – die Spende kann steuerlich geltend gemacht werden, eine Spendenquittung gibt es auf Anfrage im Sekretariat.

geschichte

Wie alles begann

1833: Gründung

Die Geschichte des Vereins beginnt im Jahr 1833 in München – König Ludwig I regiert seit 8 Jahren, München ist seit 7 Jahren Universitätsstadt und entwickelt sich zum Isar-Athen, die Ereignisse des Jahres 1848 sind noch 15 Jahre entfernt.

Der Pädagoge Pestalozzi hat seine Forschungsergebnisse veröffentlicht, die in München vom Direktor der höheren Feiertagsschule und Dozenten für Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität, Dr. Josef Anton Fischer, in seinen vierteljährlich erscheinenden „Nachrichten über das Schul- und Erziehungswesen“ begeistert besprochen werden. In derselben Zeitschrift weist der Herausgeber auf die am 1.Mai 1833 von ihm selbst herausgegebene Schrift „Der Armenfreund“ hin, deren Subskriptionserlös zum Bau einer Kleinkinderschule verwendet werden soll.

Fast zeitgleich treffen sich am 9. Juni des Jahres auf Geheiß des Königs sieben Männer des gehobenen Beamtentums unter Vorsitz des geheimen Rates Kreutzer, um die Gründung eines „Vereines zur Errichtung einer Kinderbewahr-Anstalt in München“ zu organisieren, dessen Ausschuss sie darstellen. Dieser Verein tritt am 31. Oktober 1833 mit seinen Statuten und einem Spendenaufruf an die Öffentlichkeit und wird am 21. November 1833 vom Armenpflegschaftsrat der Stadt bestätigt.

Die helfende Hand des Königs zeigt sich in der Folge auch darin, dass die Pädagogen um Dr. Josef Anton Fischer am 22. Dezember 1833 die unmissverständliche Aufforderung zur Auflösung ihres Vereines erhalten, der sie dann am 3. Januar 1834 folgen – der Trägerverein um Geheimrat Kreutzer und den späteren bayerischen Innenminister Berks verbleibt als einziger privater Trägerverein für die Errichtung einer Bewahranstalt.

1834 -1855: Die ersten Einrichtungen

Die Einrichtungen des Vereins treffen auf einen echten Bedarf – sowohl was den Bedarf an wirklicher Betreuung, als auch was die Unterstützung der Armen im Allgemeinen als zeitgeistige Beschäftigung angeht. Der Verein steht in ununterbrochener Folge bis 1918 unter dem Patronat der jeweiligen Königsmutter, die Liste der prominenten Unterstützer liest sich wie ein Who’s Who vergangener Zeiten:

Neben Mitgliedern des Hochadels und der Politik sind auch Vertreter der kulturellen Elite, wie z.B. Carl Orff, aber auch ehrbare Handwerksmeister und deren Gattinnen in der Liste der ewigen Wohltäter des Vereins vertreten, d.h. sie haben dem Verein neben dem jährlichen Mitgliedsbeitrag eine einmalige Spende in laut Satzung festgelegter Höhe vermacht.

Der Erfolg ist beeindruckend – neben der Erstspende des Königs von 1000 Gulden spenden viele Bürger und Beamte der Stadt und ermöglichen im Jahr 1834 die Eröffnung von gleich drei Anstalten.

Als erste Einrichtung wird eine Kleinkinder-Bewahranstalt in der Nähe des Isartores gegründet, noch im ersten Jahr kommen weitere Anstalten in der Schützenstraße (es gibt weder die Maxvorstadt noch den Hauptbahnhof) und beim Sendlinger Tor dazu.

1855 -1898: Weitere Entwicklungen

Die Einrichtung am Isartor wird geschlossen, stattdessen wird am 12. Oktober 1856 eine Bewahranstalt in einem vom Verein für 10.000 Gulden erstandenen und für weitere 3.600 Gulden umgebauten Gebäude mit großem Garten in der Müllerstrasse 48 (damals Nr.7) eröffnet.

Die Anstalt in der Schützenstraße muss wegen des Hauptbahnhofes ihren Standort aufgeben und wird auf einem städtischen Grundstück in der Luisenstraße 3 angesiedelt – zusätzlich wird ein Grundstück in der Theresienstraße 14 gefunden, erworben und bebaut.

In der Theresienstraße wird erstmals das Konzept entwickelt, durch eine Vermietung des Vorderhauses die Aufwendungen der Kindertagesstätte direkt vor Ort aufzubringen – ein Konzept, das sich angesichts der Entwicklung des Münchener Mietwohnungsmarktes als sehr zukunftsfähig erweist und für alle neu gegründeten Einrichtungen Verwendung findet.

1870 bestehen noch 3 Einrichtungen, die in der Müllerstrasse 48, Luisenstraße 3 und der Theresienstraße 14 beheimatet sind.

Die stürmische Entwicklung der Maxvorstadt führt zu einem hohen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen, während die nahe der Ludwigstraße gelegene Einrichtung in der Theresienstraße 14 nur mittelmäßig nachgefragt wird – folgerichtig wird die Liegenschaft Theresienstraße 14 verkauft und stattdessen in der Schwindstraße 14 ein Grundstück erworben und wie bereits erprobt mit einem Kindergarten im Hinterhaus und Mietwohnungen im Vorderhaus bebaut.

Am Standort Müllerstraße 48 wird das bestehende Haus abgerissen und wie zuvor in Schwind- und Theresienstrasse ein Mietshaus als Vorderhaus und Kindergartenräume im Hinterhof errichtet, die 1898 bezogen werden.

Als auf dem städtischen Grundstück an der Luisenstraße eine Schule gebaut werden soll und dem Verein dieser Standort gekündigt wird, wird 1895 ein weiteres Grundstück in der Maxvorstadt erworben und bebaut.

Das Kinderhaus in der Georgenstraße 72 ist mit 2 Kindergartengruppen und einem Hort die größte und letzte der vom Verein betriebenen Einrichtungen und wird 1899 eröffnet.

1898 wird die Leitung der Kindergärten, die bis dahin von weltlichen Erzieherinnen erledigt worden war, in die Hände der “Armen Franziskanerinnen zur Heiligen Familie” aus Mallersdorf gelegt. In jeder der Einrichtungen wird ein Filialkloster eingerichtet, das die mit dem Betrieb der Einrichtungen betrauten Schwestern aufnimmt.

Die Schwestern betreuen nicht nur Kindergarten- und Hortgruppen, sondern richten auch Nähschulen ein, in denen im Viertel lebende Frauen in der Kunst des Nähens unterrichtet werden.

1898 -1950: Unruhige Zeiten

Die Zeit zwischen Jahrhundertwende und dem Ende des 1. Weltkrieges ist insbesondere durch das Ende der Monarchie in Bayern und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen gekennzeichnet. Dem Verein ging damit eine wichtige Unterstützung verloren, die sich sowohl in geringeren finanziellen Spielräumen als auch in der Veränderung des Patronates niederschlug – an die Stelle der jeweiligen Königsmutter trat der jeweilige Domkapitular als Schirmherr des Vereins.

Der erste Weltkrieg war zwar ohne Zerstörung an München vorbei gegangen, doch die hohen Verluste, die Inflation  und die wirtschaftliche Not der Bevölkerung führte im Zusammenspiel mit einem geringeren Spendenaufkommen auch zu einer schwierigen Finanzlage des Vereins.

Jetzt zeigte sich die Qualität der Idee, aus den Erträgen der Mietshäuser die Kindergärten betreiben zu können. Alle drei Einrichtungen konnten in diesen schwierigen Zeiten auch dank der Unterstützung kirchlicher karitativer Stiftungen ihren Betrieb uneingeschränkt fortsetzen – allerdings konnten keine weiteren Rücklagen aufgebaut werden.

In der Zeit des dritten Reiches wurde dank der in den Zwischenkriegsjahren so gestärkten Bindung an die Erzdiözese München-Freising und dank der Erziehung durch die Mallersdorfer Schwestern die Betreuung der Kinder mit einem christlich katholischen anstelle des üblichen völkisch nationalen Hintergrundes aufrechterhalten – eine in dieser Zeit rühmliche Ausnahme. Gleichwohl macht die Lektüre der 1933 erschienenen Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins die damalige Zeit auf beinahe beklemmende Weise greifbar.

Während des Krieges fanden die Gottesdienste der Pfarrei St. Peter nach Zerstörung der Peterskirche in den Räumen des Kindergartens statt.

Die Zerstörungen des zweiten Weltkrieges, die auch alle drei Einrichtungen zum Teil erheblich in Mitleidenschaft gezogen hatten, führten nach Kriegsende zu einer schwierigen Situation: Die Barmittel des Vereins waren aufgezehrt.

Zur Finanzierung des Wiederaufbaus der beiden übrigen Einrichtungen wurde die am schwersten beschädigte Liegenschaft in der Schwindstraße veräußert und der Ertrag zusammen mit umfangreicher Eigenleistung der Vereinsmitglieder zum umgehenden Wiederaufbau der beiden verbliebenen Einrichtungen in Müller- und Georgenstraße verwendet.

1983-2015: Moderne Zeiten

Im Herbst 1983 feiert der Verein sein 150 – jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst in der Kirche St. Bonifaz und Kranzniederlegung am Grab Ludwig I. und einem anschließenden Empfang im Rathaus.

Im Herbst 1984 wird das Filialkloster in der Müllerstraße 48 aufgehoben – die Räume werden in Wohnungen umgebaut, die Leitung des Kindergartens wird wieder von einer weltlichen Erzieherin übernommen.

Von 2005 – 2006 werden die Kindergartenräume in der Müllerstraße 48 generalsaniert und rechtzeitig zur 150-Jahr-Feier des Kindergartens fertiggestellt.

2010 wird die Kindergartenleitung in der Georgenstraße 72 an eine weltliche Erzieherin übergeben – die Mallersdorfer Schwestern bleiben aber vor Ort und übernehmen auch weiter Betreuungsaufgaben im Hort.

2015 ist es dann auch in der Georgenstraße 72 so weit – das Filialkloster muss geschlossen werden und die Schwestern Archangelis und Renalde kehren zurück ins Mutterkloster nach Mallersdorf – damit geht nach 116 Jahren auch in der Maxvorstadt eine Ära zu Ende

kontakt

Kontakt

Sie können mit dem Verein und seinen Einrichtungen ganz einfach Kontakt aufnehmen:

Verein für Kindertagesstätten in München links der Isar e.V.

Ignaz Ledermann (Vorsitzender)
Georgenstraße 72
80799 München
vorstand(at)kita1833.de

Emanuela Farolfi
Tel.: 089 – 271 1115
verein(at)kita1833.de

Kinderhaus St. Josef
Monika Smiljanic (Leitung)
Georgenstr. 72
80799 München
sankt.josef(at)kita1833.de
Tel.: 089 – 271 1115

Kindergarten St. Peter
Simone Benz (Leitung)
Müllerstr. 48
80469 München
sankt.peter(at)kita1833.de
Tel.: 089 – 265 764

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