Verein für Kindertagesstätten links der Isar e.V.

seit 1833 für Ihre Kinder da ...

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Geschichte

Die Geschichte des Vereins für Kindertagesstätten in München links der Isar e.V.

1833 - Gründung

1840-1860 - Die ersten Einrichtungen

1860-1900 - Die weitere Entwicklung

1900-1950 - Der Umbruch

1950-2010 - Moderne Zeiten

 

1833 - Gründung

Die Geschichte des Vereins beginnt im Jahr 1833 in München - König Ludwig I regiert seit 8 Jahren, München ist seit 7 Jahren Universitätsstadt und entwickelt sich zum Isar-Athen, die Ereignisse des Jahres 1848 sind noch 15 Jahre entfernt.

Der Pädagoge Pestalozzi hat seine Forschungsergebnisse veröffentlicht, die in München vom Direktor der höheren Feiertagsschule und Dozenten für Pädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität, Dr. Josef Anton Fischer, in seinen vierteljährlich erscheinenden "Nachrichten über das Schul- und Erziehungswesen" begeistert besprochen werden. In derselben Zeitschrift weist der Herausgeber auf die am 1.Mai 1833 von ihm selbst herausgegebene Schrift "Der Armenfreund" hin, deren Subskriptionserlös zum Bau einer Kleinkinderschule verwendet werden soll.

Fast zeitgleich treffen sich am 9. Juni des Jahres auf Geheiss des Königs sieben Männer des gehobenen Beamtentums unter Vorsitz des geheimen Rates Kreutzer, um die Gründung eines "Vereines zur Errichtung einer Kinderbewahr-Anstalt in München" zu organisieren, dessen Ausschuss sie darstellen. Dieser Verein tritt am 31. Oktober 1833 mit seinen Statuten und einem Spendenaufruf an die Öffentlichkeit und wird am 21. November 1833 vom Armenpflegschaftsrat der Stadt bestätigt. Die helfende Hand des Königs zeigt sich in der Folge auch darin, dass die Pädagogen um Dr. Josef Anton Fischer am 22. Dezember 1833 die unmissverständliche Aufforderung zur Auflösung ihres Vereines erhalten, der sie dann am 3. Januar 1834 folgen - der Trägerverein um Geheimrat Kreutzer und den späteren bayerischen Innenminister Berks verbleibt als einziger privater Trägerverein für die Errichtung einer Bewahranstalt.

Der Erfolg ist beeindruckend - neben der Erstspende des Königs von 1000 Gulden spenden viele Bürger und Beamte der Stadt und ermöglichen im Jahr 1834 die Eröffnung von gleich drei Anstalten, die sich am Isartor, am St. Anna-Platz und in der Schützenstrasse befinden.

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1840-1860 - Die ersten Einrichtungen

Die Einrichtungen des Vereins treffen auf einen echten Bedarf - sowohl was den Bedarf an wirklicher Betreuung, als auch was die Unterstützung der Armen im Allgemeinen als zeitgeistige Beschäftigung angeht. Der Verein steht in ununterbrochener Folge bis 1918 unter dem Patronat der jeweiligen Königsmutter, die Liste der prominenten Unterstützer liest sich wie ein Who's Who vergangener Zeiten:

Neben Mitgliedern des Hochadels und der Politik sind auch Vertreter der kulturellen Elite, wie z.B. Carl Orff, aber auch ehrbare Handwerksmeister und deren Gattinnen in der Liste der ewigen Wohltäter des Vereins vertreten, d.h. sie haben dem Verein neben dem jährlichen Mitgliedsbeitrag eine einmalige Spende in laut Satzung festgelegter Höhe vermacht.

Als erste Einrichtung wird eine Kleinkinder-Bewahranstalt in der Nähe des Isartores gegründet, noch im ersten Jahr kommen weitere Anstalten in der Schützenstrasse (es gibt weder die Maxvorstadt noch den Hauptbahnhof) und beim Sendlinger Tor dazu.

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1860-1900 - Weitere Entwicklung

Die Einrichtung am Isartor wird geschlossen, statt dessen wird 1856 eine Bewahranstalt in einem vom Verein erstandenen und umgebauten Gebäude in der Müllerstrasse 48 (damals Nr.7) eröffnet. Die Anstalt in der Schützenstrasse muss wegen des Hauptbahnhofes ihren Standort aufgeben und wird auf einem städtischen Grundstück in der Luisenstrasse 3 angesiedelt - zusätzlich wird ein Grundstück in der Theresienstrasse 14 gefunden, erworben und bebaut.
In der Theresienstrasse wird auch erstmals das Konzept entwickelt, durch eine Vermietung des Vorderhauses die Aufwendungen der Kindertagesstätte direkt vor Ort aufzubringen - ein Konzept, das sich angesichts der Entwicklung des Münchener Mietwohnungsmarktes als sehr zukunftsfähig erweist und für alle neu gegründeten Einrichtungen Verwendung findet.

1870 bestehen noch 3 Einrichtungen, die in der Müllerstrasse 48, Luisenstrasse 3 und der Theresienstrasse 14 beheimatet sind. Die stürmische Entwicklung der Maxvorstadt führt zu einem hohen Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen, während die nahe der Ludwigstrasse gelegene Einrichtung in der Theresienstrasse 14 nur mittelmässig nachgefragt wird - folgerichtig wird die Liegenschaft Theresienstrasse 14 verkauft und statt dessen in der Schwindstrasse 14 ein Grundstück erworben und wie bereits erprobt mit einem Kindergarten im Hinterhaus und Mietswohnungen im Vorderhaus bebaut.

Als auf dem städtischen Grundstück an der Luisenstrasse eine Schule gebaut werden soll und dem Verein dieser Standort gekündigt wird, wird 1895 ein weiteres Grundstück in der Maxvorstadt erworben und bebaut. Das Kinderhaus in der Georgenstrasse 72 ist mit 2 Kindergartengruppen und einem Hort die grösste und letzte der vom Verein betriebenen Einrichtungen und wird 1899 eröffnet.

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1900-1950 Umbruch

Die Zeit zwischen Jahrhundertwende und dem Ende des 1. Weltkrieges war insbesondere durch das Ende der Monarchie in Bayern und die damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen gekennzeichnet. Dem Verein ging damit eine wichtige Unterstützung verloren, die sich sowohl in geringeren finanziellen Spielräumen als auch in der Veränderung des Patronates niederschlug - an die Stelle der jeweiligen Königinmutter trat der jeweilige Domkapitular als Schirmherr des Vereins.

Der erste Weltkrieg war zwar ohne Zerstörung an München vorbeigegangen, doch die hohen Verluste und die wirtschaftliche Not der Bevölkerung führte im Zusammenspiel mit einem geringeren Spendenaufkommen auch zu einer schwierigen Finanzlage des Vereins. Jetzt zeigte sich die Qualität der Idee, aus den Erträgen der Mietshäuser die Kindergärten betreiben zu können. Alle drei Einrichtungen konnten in diesen schwierigen Zeiten auch dank der Unterstützung kirchlicher karitativer Stiftungen ihren Betrieb uneingeschränkt fortsetzen - allerdings konnten keine Rücklagen aufgebaut werden.

In der Zeit des dritten Reiches wurde dank der in den Nachkriegsjahren so gestärkten Bindung an die Erzdiözese München-Freising und dank der Erziehung durch die Mallersdorfer Schwestern die Betreuung der Kinder mit einem christlich katholischen anstelle des üblichen völkisch nationalen Hintergrundes aufrecht erhalten - eine in dieser Zeit rühmliche Ausnahme. Gleichwohl macht die Lektüre der 1933 erschienenen Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Vereins die damalige Zeit auf beinahe beklemmende Weise greifbar.

Die Zerstörungen des zweiten Weltkrieges, die auch alle drei Einrichtungen zum Teil erheblich in Mitleidenschaft gezogen hatten, führten nach Kriegsende zu einer schwierigen Situation: Die Barmittel des Vereins waren aufgezehrt, zur Finanzierung des Wiederaufbaus der beiden übrigen Einrichtungen wurde die am schwersten beschädigte Liegenschaft in der Schwindstrasse veräussert und der Ertrag zusammen mit umfangreicher Eigenleistung der Vereinsmitglieder zum umgehenden Wiederaufbau verwendet.

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1950-2010 - Moderne Zeiten

 

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Newsflash

Hätten Sie gedacht, dass der Trägerverein des Kinderhauses St. Josef in der Münchener Georgenstrasse bereits seit 1833 besteht und in dieser Zeit insgesamt sechs Einrichtungen, die damals Kleinkinderbewahranstalten und heute Kindertagesstätten heissen, gegründet hat, von denen zwei heute noch bestehen?